Rote Trauben: Die neuen Superfrüchte

Das Thema Gesundheit ist dieser Tage wichtiger denn je. Die Ausbreitung des Corona-Virus, aber auch andere Influenza- und Viruswellen haben unsere Gesellschaft in dieser Hinsicht stark sensibilisiert. Im Vordergrund stehen hierbei Basics wie Desinfektion oder Hände waschen, aber auch die Ernährung – die essentielle Grundlage unseres gesunden Daseins, ist in diesem Kontext in den Vordergrund der Debatte gerückt.

Ein Löwenteil der gängigen Ernährungstheorien und -konzepte stellt Obst in das jeweilige Zentrum. Und das aus gutem Grund: Schon seit dem Altertum gelten Früchte nicht nur als überaus nahrhaft, sondern auch als heilsam. Aus dem breiten Feld der zahlreichen Fruchtsorten treten die Weintrauben zunehmend ins Rampenlicht. In ihnen sind außerordentlich viele Nährstoffe enthalten, die für den Menschen und seine Gesundheit von herausragender Bedeutung sind. Die Früchte enthalten viel Kalium, das wichtig für Körperzellen, Muskulatur und Nerven ist. Das konzentrierte Kalzium hilft dabei, Knochen und Zähne zu stärken und das vorhandene Phosphat ist bedeutsam für den gesamten Energiestoffwechsel. Zwar wird der Vitamin-A und Vitamin-C-Gehalt der Trauben von vielen Früchten übertroffen, dafür enthalten sie besonders viele sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide oder das bekannte OPC.

OPC (Oligomere Proanthocyanidine) zeichnen sich durch ihre immense antioxidative Wirkung aus und schützen die Blutgefäße im täglichen Kampf gegen die freien Radikale. Klinische Studien attestierten dem Stoff unter anderem ausgezeichnete Fähigkeiten beim Ausgleich des Harnsäurespiegels. Selbst positive Effekte bei der Bekämpfung von Alzheimer im Anfangsstadium werden OPC angeheftet. Das Flavonoid Quercetin befindet sich in erheblichen Mengen in der Traubenhaut. Eine breite Forschung bestätigte mannigfaltige positive Auswirkungen auf den menschlichen Organismus: Quercetin wirkt unter anderem entzündungshemmend, bekämpft Viren, beugt Thrombosen vor und fördert die Entspannung der Blutgefäßmuskulatur, was den Blutdruck normalisiert und damit das Risiko von Herzrhythmusstörungen senkt.

Resveratrol ist ein weiterer heilkräftiger Stoff, der in der Haut der Weintraube zu finden ist. Dabei handelt es sich um ein sog. Phytoalexin, eine Substanz, die von der Pflanze zum Selbstschutz vor Infektionen oder schädlichen Umwelteinflüssen wie der UV-Strahlung gebildet wird. Natürliche Quellen von Resveratrol befinden sich auch in Himbeeren, Maulbeeren, Pflaumen und Erdnüssen, doch rote Weintrauben besitzen mit Abstand den höchsten Anteil des Wirkstoffes. Bei ihm handelt es sich um einen echten Tausendsassa unter den pflanzlichen Helfern des Körpers: Der Powerstoff schützt die Haut und wirkt dabei dem Alterungsprozess entgegen, hilft der Leber und soll nach dem aktuellen Stand der Forschung auch DNA-Schäden reparieren, den Insulinspiegel von Diabetikern normalisieren, vor Oxidationsprozessen schützen und entzündungshemmend wirken. Vor allem die klinischen Krebsstudien des Nährstoffes erregten großes Aufsehen. Sie ergaben, dass eine sehr hohe Dosis von 5g täglich zu einem signifikant höheren Absterben der Krebszellen führte, während gesunde Zellen weitgehend unberührt geblieben waren.

Lange Zeit wurde die Wirkung von Resveratrol in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Viele Forscher bemängelten, der Stoff würde im menschlichen Organismus zu schnell in seine Bestandteile aufgespalten, um nachhaltig wirksam zu werden. Erst Forschern der University of Leicester gelang kürzlich der Durchbruch: Sie fanden heraus, dass Resveratrol auch dann noch aktiv Krebs und andere Krankheit bekämpft, wenn der Stoff schon längst in seine Bestandteile aufgespalten wurde.

Was gibt es also zu beachten? Es sollten möglichst keine kernlosen Trauben gekauft werden. Bei ihnen handelt es sich um hybride Zuchtsorten, die einen hohen Anteil an Zucker enthalten und den Blutzuckerspiegel damit durcheinanderbringen können. Damit wird vor allem der anirheumatische Effekt von Trauben weitestgehend obsolet. Ferner sollte laut Forschern auf die Einnahme von konzentriertem Resveratrol oder OPC, das größtenteils in Pillen- oder Kapselform feilgeboten wird, verzichtet werden. Vielmehr lohnen sich naturbelassene Produkte mit einer hohen Konzentration von Trauben.

Quellen:

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/resveratrol-in-trauben.html

http://www.gesundheitsinstitut-deutschland.de/resveratrol/

https://www.t-online.de/leben/essen-und-trinken/id_74174266/darum-sind-weintrauben-so-gesund.html

https://www.bio-apo.de/ratgeber/naturheilmittel/opc-traubenkernextrakt/